Tagestip


Heute | 19.05 Uhr

Wenn OpenAI-Chef Sam Altman in Interviews von AGI, von einer "Artificial General Intelligence" spricht, dann klingt es, als würde er ein klares Ziel umreißen: Die Schaffung einer Künstlichen Intelligenz mit allgemein menschlichen Fähigkeiten. Tatsächlich ist AGI aber weniger ein präziser technischer Begriff, als eine Projektionsfläche: Diese Superintelligente KI funktioniert als Zukunftsversprechen, als Investitionsnarrativ, als politisches Argument, als Warnsignal, je nachdem, wen man adressiert.
Die Philosophin Anna-Verena Nosthoff ordnet diese Unschärfe ideengeschichtlich ein. Sie arbeitet zu Kybernetik, digitaler Regierungskunst und den philosophischen Strömungen des Silicon Valley. In diesem Kontext wird AGI nicht nur als technologische Entwicklung verhandelt, sondern als gesellschaftliches Leitbild, geprägt von Denkfiguren wie Effektivem Altruismus, Longtermism oder Vorstellungen einer steuerbaren Zukunft, wie Sarah Kriesche für matrix berichtet.

Morgen | 17.05 Uhr

Vielleicht hat diese Einsicht ja dazu beigetragen, das Interesse für Pflanzen, ihre Wirkungen im Verlangsamen des Klimawandels, ihre Möglichkeiten zum Schutz der Artenvielfalt und ihre Rolle für die Heilung von Menschen im Physischen wie im Emotionalen spürbar wachsen zu lassen - quer durch die Gesellschaft.
Pflanzen als Spiegel der Gesellschaften - das ist heuer auch das Jahresthema im Universalmuseum Joanneum und im Kunsthaus Graz. Jahresthema "Bloom" - mit einem Programm aus zehn Ausstellungen an acht Standorten, das das volle Spektrum der Blume beleuchtet: wie Blumen Kulturen verbinden, aber auch den Kolonialismus antreiben, wie sie Wissenschaften inspirieren und den Menschen von der Geburt bis in den Tod begleiten.

17.05. | 10.05 Uhr

Um ins Abenteuer Vulkane einzutauchen, braucht man gar nicht weit verreisen. In der deutschen Eifel befindet sich nämlich eine einzigartige Landschaft mit Maaren, Schlackenkegeln, Dome, Calderen und vielen sprudelnden Kohlesäurequellen. Feuer und Wasser haben die Vulkaneifel geprägt und formen sie heute noch. Wenige Regionen ermöglichen einen vergleichbaren Einblick in ihr Werden und Verändern wie das Naturerbe Vulkaneifel, die auch beliebtes Wandergebiet ist. Die deutsche vulkanologische Gesellschaft mit Sitz in Mendig regte die Schaffung eines Vulkanparks und die Vermittlung dieser Schatzkammer der Erde an.
Während seines Studiums führten den aus Ischia stammenden Geologe Aniello di Iorio häufig Forschungsprojekte in die Gegend rund um den Laacher See. Dieser war nach der letzten Eruption des Laacher Vulkans vor etwa 13.000 Jahren in dessen Caldera entstanden. Der damalige Ausbruch war deutlich größer als der historische Vesuvausbruch oder der des Mt. St. Helens und veränderte die Landschaft grundlegend. An seinem Ufer befindet sich das Benediktiner Kloster Abtei Maria Laach, der perfekte Ausgangspunkt für die geologischen Wanderungen, die Aniello di Iorio seit einiger Zeit mit interessierten Laien rund um den See unternimmt - u.a. zu Mofetten am Seeufer und zur berühmten Wingertsbergwand, an der man heute noch die unterschiedlichen Phasen des größten Vulkanausbruchs aller Zeiten in Europa, ablesen kann.