Tagestip
Heute | 9.05 Uhr
Fünf Kinder hat Daniela Schiller großgezogen, zwei Mal bekam sie sogar (unerwartet) Zwillinge. Die mittlerweile Anfang 50-Jährige wusste immer, dass sie Mutter sein wollte und diesen Nicht-Beruf erfüllt sie mit Hingabe, Leidenschaft und der Bereitschaft, sich selbst ständig weiterzuentwickeln. Denn Kinder sind ja bekanntlich die besten Lehrmeister. Kinder im Großwerden zu begleiten, braucht Zeit - Zeit, die nicht bezahlt wird. Energie und Ressourcen, die sich nicht messen lassen. Mutter, das ist man nebenher. Wer "nur" zu Hause ist, so der Tenor im medialen und gesellschaftlichen Diskurs, leistet nichts bzw. zu wenig und bekommt keine finanzielle Anerkennung. Schnell droht auch der Stempel "Tradwife" in einer emotionalen Debatte um Chancengleichheit und Frauenrechte.
Morgen | 9.05 Uhr
In vielen Ländern der Welt macht sich ein fragwürdiges Gefühl der Nostalgie breit. Viele Menschen scheinen das Gefühl zu haben, dass die Zukunft nichts Gutes bringt, und sehnen sich deswegen nach der "guten alten Zeit" zurück. Wem nützt dieser nostalgische Nährboden und in welches Morgen führt er?
In seinem Buch "Retrotopia" diagnostizierte der polnisch-britische Soziologe und Philosoph Zygmunt Baumann eine "globale Nostalgie-Epidemie". Diese epidemische Nostalgie fungiere als Abwehrmechanismus in Zeiten historischer Umwälzungen und nähre die verzweifelte Sehnsucht nach Kontinuität in einer fragmentierten Welt. Die Nostalgie bestehe aus dem Versprechen, jene vermeintlich ideale Heimat wiederzuerrichten, die für viele Menschen in der Vergangenheit liegt. Donald Trump und seine Maga-Bewegung ("Make Amerika Great Again") beackern wie so viele andere rechtspopulistische Bewegungen diesen nostalgischen Nährboden. Das politische Ziel der Maga-Bewegung ist die Widerherstellung weißer Vorherrschaft, wie sie vor den Errungenschaften der US-amerikanischen Bürgerbewegung geherrscht hat. Mit Unterstützung evangelikaler Nationalisten wird ein rückwärtsgewandtes religiös gefärbtes Weltbild propagiert: Die Legitimation weißer Vorherrschaft stamme von Gott persönlich, weil es auch weiße christliche Siedler gewesen seien, die die USA gegründet hätten. Diese Mission sei durch die wachsende Anzahl nicht weißer, nicht christlicher Amerikaner gefährdet. Die weißen Christen müssten sich ihr Land im Zuge eines letzten Kreuzzuges zurückerobern. Mit Hilfe von Talk-Hosts und als Nachrichten getarnten Propaganda-Sendungen im Internet werden die Ziele der Maga-Bewegung verbreitet: die Errichtung eines theokratischen Regimes, die Eliminierung von Bürgerrechten und eine Verfassungsänderung.
In seinem Buch "Retrotopia" diagnostizierte der polnisch-britische Soziologe und Philosoph Zygmunt Baumann eine "globale Nostalgie-Epidemie". Diese epidemische Nostalgie fungiere als Abwehrmechanismus in Zeiten historischer Umwälzungen und nähre die verzweifelte Sehnsucht nach Kontinuität in einer fragmentierten Welt. Die Nostalgie bestehe aus dem Versprechen, jene vermeintlich ideale Heimat wiederzuerrichten, die für viele Menschen in der Vergangenheit liegt. Donald Trump und seine Maga-Bewegung ("Make Amerika Great Again") beackern wie so viele andere rechtspopulistische Bewegungen diesen nostalgischen Nährboden. Das politische Ziel der Maga-Bewegung ist die Widerherstellung weißer Vorherrschaft, wie sie vor den Errungenschaften der US-amerikanischen Bürgerbewegung geherrscht hat. Mit Unterstützung evangelikaler Nationalisten wird ein rückwärtsgewandtes religiös gefärbtes Weltbild propagiert: Die Legitimation weißer Vorherrschaft stamme von Gott persönlich, weil es auch weiße christliche Siedler gewesen seien, die die USA gegründet hätten. Diese Mission sei durch die wachsende Anzahl nicht weißer, nicht christlicher Amerikaner gefährdet. Die weißen Christen müssten sich ihr Land im Zuge eines letzten Kreuzzuges zurückerobern. Mit Hilfe von Talk-Hosts und als Nachrichten getarnten Propaganda-Sendungen im Internet werden die Ziele der Maga-Bewegung verbreitet: die Errichtung eines theokratischen Regimes, die Eliminierung von Bürgerrechten und eine Verfassungsänderung.
12.05. | 19.05 Uhr
Mathematik im Unterricht: Beim Gedanken an Formeln und Gleichungen dreht sich vielen Schülerinnen und Schülern noch immer der Magen um. Dabei könnte Mathematik ein Fach sein, in dem vornehmlich kreatives Denken vermittelt wird - jenseits von richtigem Rechnen oder bloßer Formelanwendung. Welche neuen Konzepte haben Fachdidaktiker:innen in der Schublade, um Mathematik als Schule des Denkens zu fördern? Wie sieht die Praxis von Lehrenden aus, die zu mathematischer Kreativität im Klassenzimmer verführen wollen. Und was wünschen sich die Schüler und Schülerinnen?