Tagestip


Heute | 18.25 Uhr

Mit dem Rücktritt von Roland Weißmann als Generaldirektor wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung einer Mitarbeiterin - den er bestreitet und rechtlich bekämpft - ist der ORF ins Sperrfeuer geraten. Und zwar von mehreren Seiten: einmal als gewichtiges Beispiel dafür, wie mutmaßlicher Machtmissbrauch gegenüber Frauen trotz entsprechender Anlaufstellen im Haus durchschlagen kann. Auch ist die Spitze des Stiftungsrats unter Druck gekommen, mögliche Unvereinbarkeiten von Mitgliedern werden offen thematisiert. Und nicht zuletzt ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr denn je zur Projektionsfläche geworden für Befindlichkeiten einer Medienbranche, die auf der Suche nach ihrer Zukunftsfähigkeit ist. Vor diesem Hintergrund hat die neue ORF-Führung unter Ingrid Thurnher schonungslose Aufklärung und klare Konsequenzen versprochen. #doublecheck fragt nach, ob und wie das gelingen kann.

Morgen | 19.05 Uhr

Vergangenen Mai hat Donald Trump Microsoft angewiesen, das Emailkonto von Karim Khan zu blockieren. Khan war damals Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs und hatte einen Haftbefehl gegen Benjamin Netanjahu erlassen. Der Strafgerichtshof war wegen dieser Emailsperre tagelang in seiner Arbeit gehindert - und Trump zeigte, dass er per Dekret Organisationen, die auf US-Technologien laufen, quasi blockieren kann.
Für Europa war das ein Weckruf. Viele europäische Organisationen und Regierungen benutzen die Technologien großer US-Firmen, jetzt versuchen sie unabhängig zu werden und eigene digitale Lösungen aufzubauen. Die französische Regierung hat Ende Jänner etwa angekündigt, für Videokonferenzen nicht mehr die US-Software Zoom zu verwenden, sondern auf ein französisches Unternehmen umzusteigen.
Wie es in Europa um digitale Souveränität steht, was in diese Richtung schon passiert und ob es schnell genug geht - das fragen Irmi Wutscher und Julia Gindl in dieser Matrix-Ausgabe.

11.04. | 9.05 Uhr

Die Westsahara ist ein von Marokko besetztes Gebiet an der Nordwestküste Afrikas. Im Jahr 1975 bricht der Krieg zwischen Marokko und dem Volk der Sahrawi aus. Hunderttausende Sahrawi fliehen ins Landesinnere, in die Wüste, und über die Grenze nach Algerien, wo sie sich mitten in der Sahara in improvisierten Zeltstädten niederlassen. Der von der UNO verhandelte Waffenstillstand von 1991 ist an eine Abstimmung gekoppelt: ein Referendum. Die Sahrawi sollen entscheiden, ob sie zu Marokko gehören oder einen eigenen Staat gründen wollen. Doch das Referendum findet nie statt. Die Menschen harren seit 50 Jahren in der Wüste aus. Zelte wurden zu Lehmbauten, die zu Betonhäusern werden.