Tagestip
Heute | 11.05 Uhr
Der Schweizer Unternehmenserbe Preising ist lebensuntüchtig und träge. Er interessiert sich fürs Dozieren über die Antike mehr als für seine Firma. Dennoch ist sein Einkommen stattlich, das Geld vermehrt sich von selbst. Als ihn sein eifriger Geschäftsführer nach Tunesien schickt, um einen Zuliefererbetrieb zu begutachten, wird er Zeuge eines tragischen Unfalls in der Wüste: Ein Touristenbus überfährt 15 Kamele, der Kameltreiber steht vor seinem existenziellen Ruin.
Morgen | 19.05 Uhr
KI als Erlösung oder Untergang, als Fortschritt oder Verlust der Seele. Technologie wird gerne als Projektionsfläche für Hoffnungen, Ängste und für alte religiöse und philosophische Deutungsmuster genutzt.
Wie Fortschritt mit Erlösungsversprechen verknüpft wird, damit befasst sich auch Wolfgang Palaver. Palaver ist langjähriger Peter Thiel-Vertrauter, Sozialethiker und Theologe und Kenner des französischen Anthropologen und Literatur- und Kulturtheoretikers René Girard. Girard hat mit seiner Theorie des mimetischen Begehrens erklärt, wie Nachahmung, Rivalität und Gewalt Gesellschaften prägen und wie religiöse Erzählungen diese Dynamiken sichtbar machen. Und als langjähriger Professor an der Universität Stanford prägte Girard eine Generation von Studierenden, darunter wiederum Peter Thiel, der sich bis heute auf ihn beruft.
Sarah Kriesche hat für matrix mit Wolfgang Palaver über Technik als Heilsversprechen gesprochen.
Wie Fortschritt mit Erlösungsversprechen verknüpft wird, damit befasst sich auch Wolfgang Palaver. Palaver ist langjähriger Peter Thiel-Vertrauter, Sozialethiker und Theologe und Kenner des französischen Anthropologen und Literatur- und Kulturtheoretikers René Girard. Girard hat mit seiner Theorie des mimetischen Begehrens erklärt, wie Nachahmung, Rivalität und Gewalt Gesellschaften prägen und wie religiöse Erzählungen diese Dynamiken sichtbar machen. Und als langjähriger Professor an der Universität Stanford prägte Girard eine Generation von Studierenden, darunter wiederum Peter Thiel, der sich bis heute auf ihn beruft.
Sarah Kriesche hat für matrix mit Wolfgang Palaver über Technik als Heilsversprechen gesprochen.
13.06. | 9.05 Uhr
Der Sender Auf1 fürchtet, wenn jetzt keine "Corona-Tribunale" die "Lügen endlich öffentlich zum Einsturz bringen", dann drohe "die nächste Pandemie". Die "nächsten Anschläge auf uns" seien "in Vorbereitung". Compact warnt: Die Menschen in der "BRD-Diktatur
immer unfreier" und zu "Vasallen Brüssels". Nius meldet: Die "Grünen wollen die Freiheit vernichten" und die Berliner CDU "verwandelt die Hauptstadt in ein Aufmarschgebiet des islamistischen Terrorismus".
Jeder dieser Sätze ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Doch Äußerungen müssen nicht illegal sein, um demokratiezersetzend zu sein. Durch gezielte Diskreditierung geht liberalen Demokratien heute die Akzeptanz verloren. Die Kampagne von "X"-Eigner Elon Musk für die Wiederwahl von Donald Trump etwa zeigte das. Lässt man die Dinge einfach laufen, wenden sich absehbar immer mehr Menschen vom liberal-demokratischen Konsens ab. Aber die Grenze zwischen Meinungen, die man auszuhalten hat, und Hetze, gegen die eine Demokratie sich besser heute wehrt, um morgen noch zu existieren, ist kaum scharf zu ziehen. Und wenn Demokratien gegen Äußerungen vorgehen, die sie selbst nicht verboten haben, untergraben sie womöglich ihre Legitimität. Was also tun?
Jeder dieser Sätze ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Doch Äußerungen müssen nicht illegal sein, um demokratiezersetzend zu sein. Durch gezielte Diskreditierung geht liberalen Demokratien heute die Akzeptanz verloren. Die Kampagne von "X"-Eigner Elon Musk für die Wiederwahl von Donald Trump etwa zeigte das. Lässt man die Dinge einfach laufen, wenden sich absehbar immer mehr Menschen vom liberal-demokratischen Konsens ab. Aber die Grenze zwischen Meinungen, die man auszuhalten hat, und Hetze, gegen die eine Demokratie sich besser heute wehrt, um morgen noch zu existieren, ist kaum scharf zu ziehen. Und wenn Demokratien gegen Äußerungen vorgehen, die sie selbst nicht verboten haben, untergraben sie womöglich ihre Legitimität. Was also tun?